17. Oktober 2011
2 Kommentare
Heute trafen sich die Personalvorstände der DAX-30-Unternehmen zum zweiten Mal mit Mitgliedern der Bundesregierung zum Thema Frauen in Führungspositionen. Hierzu erklärt die Bundesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen (ASF), Elke Ferner: Die Aufsichtsratswahlen im kommenden Jahr rücken näher. Die Wirtschaft und die FDP versuchen mit allen Mitteln, das aus ihrer Sicht Schlimmste zu verhindern, nämlich verbindliche Quoten mit verbindlichen Zeitrahmen und Sanktionen.
Die deutsche Wirtschaft hat ihre Chance gehabt: 10 Jahre der Selbstverpflichtung haben zu nichts geführt. Männer teilen die Spitzenfunktionen in der deutschen Wirtschaft noch immer unter sich auf. Die bestausgebildete Frauengeneration aller Zeiten schaut weiter in die Röhre.
Die schwarz-gelbe Bundesregierung, allen voran Frauenministerin Kristina Schröder, verplempert weiterhin wertvolle Zeit. Anstatt jetzt mit einem Gesetz mit verbindlichen Quoten endlich Nägel mit Köpfen zu machen, knickt die Koalition vor der Wirtschaft ein und streitet, anstatt die Probleme zu lösen.
Auch Frau von der Leyens Krokodilstränen können nicht darüber hinweg täuschen, dass sie selbst als Frauenministerin strikt gegen gesetzliche Regelungen war. Wo sie als Arbeitsministerin etwas für Frauen tun könnte, wie zum Beispiel Mindestlöhne einführen, Entgeltgleichheit durchsetzen und Existenz sichernder Erwerbsarbeit schaffen, schaut sie weg.
Ihre Nachfolgerin Kristina Schröder versucht erst gar nicht Druck zu machen, sondern lädt die Wirtschaft geradezu ein, weiter im Bremserhäuschen sitzen zu bleiben. Sie droht den Unternehmen mit Bußgeldern bei Nichteinhaltung selbst gesteckter Ziele. 25.000 Euro sind viel Geld. Aber für das Geld bekommt man heutzutage gerade noch einen gut ausgestatteten Kleinwagen deutscher Produktion. Für milliardenschwere Unternehmen wie die DAX 30 liegt diese Summe im 0,00-Promillebereich ihres Jahresgewinns. Diese Summe wird niemanden veranlassen, gezielt nach Frauen für Führungspositionen zu suchen.
Wir brauchen keine weitere Schonfrist für die Männer in den Chefetagen. Was wir brauchen, sind mehr Frauen in den Spitzenfunktionen der deutschen Wirtschaft in Aufsichtsräten und Vorständen!
Unser Ziel ist die paritätische Besetzung der Spitzenfunktionen – eine gesetzliche Regelung muss eine Mindestquote von 40 Prozent für jedes Geschlecht ebenso beinhalten wie verbindliche Zeitvorgaben und spürbare Sanktionen.
Bürgergesellschaft Gleichstellung Wirtschaft
2 Kommentare zu Elke Ferner: Schwarz-gelber Stillstand für Frauen in Führungspositionen
Charlotte
1
am 25. Dezember 2011 um 10:01 Uhr
With all these silly websites, such a great page keeps my inetrnet hope alive.
Jens Florian Schoon (SPD)
2
am 17. Oktober 2011 um 21:04 Uhr
Sehr geehrte Frau Ferner,
so sehr ich Ihre Meinung teile - einen allgemeinen Zwang eine Frau einzustellen, halte ich für falsch.
Die bisherige Regelung ist meiner Meinung nach ausreichend, denn jener Unternehmer entscheidet sich de facto für den qualifiziertesten Bewerber, der am besten zum Unternehmen passt.
Viele Frauen entscheiden sich aber eher für die Familiengründung als für die Karriere, daher gibt es auch weitaus weniger weibliche Bewerber für die Chef-Etage.
Mit freundlichen Grüßen
Jens Florian Schoon
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