07. Juni 2010
0 Kommentare
Unter dem Motto „Gleichstellung jetzt!“ diskutierten die 250 Delegierten mit zahlreichen prominenten Gästen auf der Bundeskonferenz der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen (ASF) in der Godesberger Stadthalle. Auch eine sechsköpfige Delegation aus Braunschweig war wieder dabei, um sich mit eigenen Ideen einzubringen und den neuen ASF-Bundesvorstand zu wählen.
In ihrer Eröffnungsrede wagte die alte und neue ASF-Bundesvorsitzende Elke Ferner eine Vision in ein glückliches gleichgestelltes Jahr 2020, in dem endlich gleiche Entlohnung für gleichwertige Arbeit gezahlt würde und es Arbeitszeiten gäbe, die Zeit für die Familie ließen. Eine Zeit in der partnerschaftliche Teilung der Elternzeit Normalität geworden wäre. Sie motivierte die Teilnehmerinnen der Konferenz, nicht aufzugeben. Die Bundestagsabgeordnete kritisierte, die Bundesregierung habe, trotz amtierender Regierungschefin und mehrerer Ministerinnen, "mit echter und moderner Gleichstellungspolitik nichts am Hut". Die neue Familienministerin habe kampflos Einsparungen beim Elterngeld akzeptiert. Damit sei sie eine "glatte Fehlbesetzung", so Ferner.

Die Generalsekretärin der SPD Andrea Nahles kam nach Bonn, um der ASF ihre Unterstützung zuzusagen und ihr Rede und Antwort zu stehen. Sie deckte auf, dass die SPD gerade von jungen Frauen sehr kritisch als "Männerpartei" gesehen werde. Um wirklich attraktiver für Frauen zu werden, müsse die Partei sich in mehrfacher Hinsicht reformieren, so Nahles. Besonders Arbeits- und Mitwirkungsbedingungen in der Partei seien entscheidend, damit Frauen Lust auf Parteiarbeit bekämen. Für „zu viel Gelaber“ hätten viele Frauen „einfach keine Zeit“.
Die Braunschweiger ASF konnte Nahles in der Aussprache mitgeben, dass sie als Arbeitsgemeinschaft wichtige Arbeit leiste und sich nicht klein reden lasse. Auch in der späteren Diskussion um eine Resolution zum Feminismus konnten die Braunschweigerinnen unterstützt von der Antragskommission ihren Standpunkt klar machen.
Für außerordentliche Begeisterung auf der Konferenz sorgten die Grußworte der internationalen Gäste. Die Italienerin Pia Locatelli, als Vorsitzende der Sozialistischen Fraueninternationalen (SIW), sowie Barbara Prammer, der Vizepräsidentin der SIW und Zita Gurmai, Vorsitzende der Frauen in der SPE, machten noch einmal klar, dass der Kampf um Gleichstellung nicht an nationalstaatlichen Grenzen aufhört und sagten worum es geht: „Solidarity, solidarity, solidarity!“ In diesem Sinne hoffen wir, dass Elke Ferners Wunsch nach einer 5. Weltfrauenkonferenz bald Realität wird.
Als besonderes Abendprogramm wurde eine Rheinschifffahrt organisiert.
Unsere Internetseite soll eine Plattform für ernsthafte Diskussionen sein, bei dem Toleranz, Offenheit und Fairness zu den Grundprinzipien gehören. Wir begrüßen sachliche und konstruktive Inhalte, die zu einer angeregten Diskussion beitragen und der Meinung anderer Kommentatoren tolerant und unvoreingenommen begegnen. Wird gegen diese Grundprinzipien verstoßen, kann dies zur Löschung von Kommentaren führen.
Um bei uns zu kommentieren muss die eigene E-Mail-Adresse angegeben werden. Selbstverständlich wird diese E-Mail-Adresse nicht veröffentlicht und auch nicht an Dritte weitergegeben. Die Angabe einer falschen E-Mail-Adresse ist ein Verstoß gegen unsere Nutzungsbedingungen. Wir machen daher Stichproben, die dann zur Löschung von Kommentaren führen können. Mit Absenden des Formulars werden unsere Nutzungsbedingungen anerkannt.
Kommentar schreiben
(Trackback)